Die Geschichte von sweet spot kaffee

sweet spot kaffee storefront illustration

Aus einem kleinen Kaffeeladen am Viktualienmarkt ist binnen 7 Jahren eine kleine Firma mit rund 20 Mitarbeitern in zwei Coffee Shops in der Münchner Innenstadt und einem immer weiter wachsenden Online-Shop geworden: sweet spot kaffee steht seit 2019 für höchste Kaffeequalität mit einem Augenzwinkern: Ambition und Anspruch, aber keine Hochnäsigkeit oder künstliche Exklusivität.

Der Anfang

Streng genommen war der erste Job von sweet spot kaffee ein Kaffee-Catering: Ich war gerade 30, hatte keinerlei Schulden oder Verpflichtungen und gerade meinen Job in einer Münchner Werbeagentur geschmissen, um „irgendwas mit Kaffee“ zu machen. Also arbeitete ich schon länger als Aushilfe an Wochenenden in so gut wie allen Specialty Coffee Shops, die es in den Jahren 2016-2018 in München so gab, dann Vollzeit als Barista, und gab abends noch Baristakurse in einer der Münchner Röstereien.

Da kam bei einem der Cafés eine Catering-Anfrage für eine Messe rein und die Chefin meinte: „Hast du auf sowas Lust?“ Ein paar Wochen später stand ich vier Tage lang auf der Messe München und verarbeitete ca. 30kg Kaffee zu den besten Cappuccinos und Flat Whites, die ich damals nur machen konnte. Nach dem Abbau, auf der Heimfahrt war mir klar: Ich will mein eigenes Café aufmachen.

Die Idee

Diese Entscheidung hatte ich rückblickend betrachtet schon länger vor mir hergeschoben: Eigentlich war’s schon ein knappes Jahrzehnt vorher klar, nachdem ich meinen ersten fruchtigen Flat White bei nude espresso in London getrunken hatte und das restliche Jahr, das ich dort lebte, beinahe täglich wiedergekommen war – auch, aber nicht nur wegen des Kaffees, sondern weil ich dort irgendwie das Gefühl hatte: „Hier gehör ich hin.“ Aber irgendwie fühlte sich „was mit Kaffee machen, also Café eröffnen“ zu einfach an.

Die zündende Idee kam mir fast zehn Jahre später, auf dieser Heimfahrt vom Messe-Catering: Ich betrieb schon länger eine WhatsApp-Gruppe, in der sich eine Handvoll früher Kaffee-Nerds tummelte (die heute alle Stammgäste sind) und organisierte dort regelmäßig Sammelbestellungen von Röstereien, die in Deutschland nur schwer zu bekommen waren. Die nächste Bestellung stand an, alle hatten geschrieben, was sie wollten, ich musste sie nur noch abschicken und das Spreadsheet befüllen, damit ich das Geld von allen eintreiben konnte. Da ich vier Tage lang kaum erreichbar war, wurden die ersten ungeduldig: Kommt der Kaffee noch vor dem Wochenende?

Parallel lief im Auto ein Podcast… „Scratch your own Itch“ hieß es da: Die Lösung eigener Probleme als Leitidee für die Entwicklung von Produkten oder Geschäftsideen. Endlich fiel der Groschen.

Das Konzept

Ich wollte also ständig wechselnden Kaffee von internationalen Top-Röstern anbieten. Einfache Idee, eigentlich– wieso war da nur vorher niemand drauf gekommen? Eine schnelle Recherche zeigte: Doch, sind schon ein paar. Hat halt meistens nicht funktioniert… schmale Margen, teurer Einkauf, fehlende Nachfrage, hohe Komplexität für Mitarbeiter, aufwendige Kommunikation zur Kundschaft – ein „Multi Roaster Konzept“, wie ich lernte, dass man das nennt, schien nur Nachteile zu haben.

Heute kann ich sagen: Hat es auch. Unter normalen Gesichtspunkten betrachtet ist das eine richtig dumme Idee – mit einer einzigen großen Stärke: Keine Kompromisse bei der Qualität. Wenn man sich die Arbeit denn macht, alles auf diese eine Stärke setzt und sicherstellt, dass das auch jeder Gast merkt, dann kann das funktionieren – hoffte ich.

Diese Zeilen schreibe ich mit 40. Jetzt habe ich Schulden und jede Menge Verpflichtungen, aber es scheint, als könnt’s doch gehen.

Die Zukunft

Der schwierigste Absatz in so einer „Über Uns“ Story, denn während all das da oben vielleicht geringfügig verklärt ist, wird’s hier so richtig unklar. Der Grundsatz bleibt: „Was mit Kaffee“, irgendwie noch mehr mit Kaffee. Dario, Inhaber von Bluebird und guter Freund, und ich erinnern uns immer wieder gegenseitig, wenn wir ein bisschen zu sehr mit irgendwelchen Ideen herumspinnen: „keep the main thing the main thing“.

Es gibt so einige Frustrationen, selbst in unserer nahe idealen Realität eines Coffee Shop Konzepts – Momente, in denen man das Gefühl hat, man würde gerne noch näher ran, noch tiefer rein, aber so richtig klar ist der Weg noch nicht.

Fest steht: Wir werden irgendwann einen dritten und vielleicht noch einen vierten Laden eröffnen, bevor’s dann „groß genug“ ist und mehr Wachstum in unserer Situation keine Probleme mehr löst, sondern vermutlich neue mit sich bringt.

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