Wie wir über die Jahre immer wieder und auch hier in unserem Beitrag “7 Alternativen zu Cold Brew” klargemacht haben: Wir sind eigentlich nicht so Fans von Cold Brew. Da es viele unserer Gäste aber sind und viele unserer angebotenen Alternativen letzten Endes dann doch nicht genau das waren, was ihr gesucht habt, haben wir uns nochmal richtig viele Gedanken gemacht, richtig viel Geld ausgegeben und können jetzt richtig guten Cold Brew machen.
Unsere Probleme mit Cold Brew…
Fangen wir hier an: Was ist Cold Brew eigentlich, wie wird Cold Brew gemacht und was ist unser Problem damit?
Nun, wir haben mehrere:
Dauer: klassischer Cold Brew wird über Nacht angesetzt, idealerweise im Kühlschrank, in der Realität aus Platzgründen aber dann doch in irgendeinem Hinterzimmer oder über Nacht auf der Theke. Der Kaffee steht also einfach mehrere Stunden im Wasser und wird dabei schneller alt als er fertig wird.
Hygiene: In den Stunden, in denen der Kaffee im Wasser sitzt, wird wenig Kaffee extrahiert und jede Menge Potenzial für Bakterienwachstum geboten. Von der schwierigen Filtration des Kaffees, seiner Abfüllung und der Reinigung des Equipments (in der Regel ein großer Plastikeimer mit Zapfhahn) ganz zu schweigen.
Geschmack: Weil Immersion (also das “Ziehenlassen” von Kaffee in Wasser) mit kaltem Wasser nicht so richtig gut funktioniert, muss Cold Brew enorm hoch dosiert werden und schmeckt am Ende eigentlich immer mehr oder weniger gleich. Daher wird er häufig dann auch einfach nur als “Cold Brew” verkauft, nicht z. B. als Äthiopien natural oder Honduras washed Geisha.
All das hat uns irgendwie nicht so richtig glücklich gemacht, beim Blick auf die tollen, komplexen und vielseitigen Kaffees in unserem Regal.
DIE LÖSUNG: KONTINUIERLICHE PERKOLATION
Die Lösung ist also naheliegend: Statt Wasser und Kaffee stundenlang einfach miteinander stehen zu lassen, sollte das Wasser immer wieder durch den Kaffee laufen. Da auch das ohne Temperatur aber nicht so richtig gut funktioniert, ist es mit einem Durchlauf wie bei einem Pourover oder Batch Brew zwar nicht getan, wenn man die Perkolation aber eine Weile lang kontinuierlich wiederholt, kann der Kaffee immer weiter extrahieren, bis er eben tatsächlich so schmeckt, wie er soll.
Die schlauen Köpfe hinter der Kaffeerösterei Hard Beans in Oppeln (Polen) haben sich also ein Gerät ausgedacht, das genau das tut, samt hygienischer Abfüllung und einfacher Reinigung. Sie nannten es in Anlehnung an den Namen ihrer Rösterei “Hardtank” und es produzierte in einer knappen Stunde ca. 20l wirklich leckeren, sauber extrahierten, klaren Cold Brew. Kurz darauf folgte die kleine Version für Cafés: Hardtank Baby mit einer Kapazität von 4l in einer guten halben Stunde.
Wir haben das Gerät schon länger auf dem Radar, konnten es und das Team dahinter bei der World of Coffee in Genf aber endlich persönlich kennenlernen. Der Cold Brew daraus schmeckt einfach so viel besser und cleaner als alles, was wir bisher an kaltem Kaffee getrunken haben, dass wir sofort überzeugt waren.
Unser Cold Brew: Verschiedene Kaffees, einzeln abgefüllt
Damit das Ganze dann auch zu unserem Konzept als streng kuratierter Multi Roaster Coffee Shop passt, wollten wir nie einfach nur irgendwie “Cold Brew” anbieten – deswegen haben wir es ja sieben Jahre lang trotz hoher Nachfrage nicht gemacht, sondern uns z. B. mit Flash Brews und Iced V60s abgekämpft.
Wir wollten sicherstellen, dass das Produkt den tollen Kaffees auch gerecht wird, die wir dafür verwenden.
Also gibt es bei uns jetzt ein laufend wechselndes Cold Brew Menü: Wir wählen Kaffees aus, die besonders gut zu der Zubereitungsmethode passen, brühen unseren Cold Brew laufend frisch und füllen ihn sofort in einzelne Flaschen ab, die wir auf unsere Läden verteilen, um hohen Durchlauf, kontinuierliche Frische und Abwechslung zu gewährleisten.
Denn unser Cold Brew schmeckt tatsächlich nach dem Kaffee, aus dem er gebrüht wurde. Deswegen können wir auch Kaffees dafür verwenden, aus denen normal kein Mensch Cold Brew machen würde. 🤪





